Wir verwenden auf unserer Internetseite Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu gewährleisten. Wenn Sie diese Seite weiterhin besuchen, erklären Sie sich mit unserer Verwendung von Cookies einverstanden.

Weiter Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Have any Questions? +01 123 444 555

Über Uns

Konzept

Die Konzeption des Schulbauernhofes

Die Konzeption

Rahmenbedingungen

Der Schulbauernhof Pfitzingen liegt im Main-Tauber-Kreis; er wurde 1992 gegründet. Die Klassen verbringen hier in der Regel 12 Tage und werden dabei von mindestens zwei Lehrkräften begleitet. Jährlich werden ca. 25 Aufenthalte durchgeführt. Es werden auch Lehrerfortbildungen durchgeführt. Pädagogisch erfahrene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Landwirte, Lehrer, hauswirtschaftliche Mitarbeiterinnen und Praktikanten leiten die Schüler zur Mitarbeit an. Zur Zeit arbeiten auf dem Schulbauernhof drei Vollzeitkräfte und sieben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Teilzeit sowie zwei Praktikantinnen des Freiwilligen ökologischen Jahrs, seit 2 Jahren auch Praktikanten aus Frankreich. Gebäude und Land sind im Besitz der Schulstiftung Baden-Württemberg. Die Finanzierung erfolgt aus Mitteln des Ministeriums für Kultus und Sport. Betreiber des Schulbauernhofs ist die Stadt Niederstetten.

Die Konzeption

Landwirtschaft

 

Die Landwirtschaft ist auf Selbstversorgung ausgerichtet. Von insgesamt 20 ha landwirtschaftlicher Nutzfläche werden auf ca. 12 ha Ackerland Weizen, Hafer, Gerste, Roggen, Dinkel, Futter-Hülsenfrüchte und Futterrüben, Kartoffeln, Möhren, Futter- und Kleegrasgemenge angebaut. Der Anbau erfolgt ohne chemisch-synthetische Dünge- und Pflanzenschutzmittel.
Ungefähr 6 ha sind Dauergrünland, zum Teil mit Streuobstbeständen; sie werden als Weideland und zur Grünfutter- und Winterfuttergewinnung genutzt.
Die Böden sind mittel- bis flachgründig überwiegend lehmig bis tonig, nur eine Ackerfläche hat sandigen Boden.
Ein Weinberg (ca. 0,5 ha) liefert den Traubensaft, Flächen-Lose dienen der Brennholzgewinnung. Der Gemüsegarten mit Erdbeerfeld und Kräutergarten, die Tafelobstanlage und die Beerensträucher tragen zur Bereicherung des Speiseplans und zur vollwertigen Ernährung bei.
Zum Hof gehören darüber hinaus Landschaftspflege-Flächen wie Hecken, Steinriegel, ein Feuchtbiotop und ein Halbtrockenrasen, der unter Naturschutz steht.

Die Tierhaltung umfasst Milchkühe und Milchziegen, Schafe und Kaninchen jeweils mit Nachtzucht, eine Muttersau, Mastschweine, Hühner, ein Pferd und zwei Bienenvölker.

Die Mechanisierung des Betriebs ist so ausgelegt, dass ein großer Teil der Arbeit mit Schülern in Handarbeit bzw. mit Hilfe einfacher Maschinen und Geräte erledigt werden kann. Für besonders schwere sowie sehr stark zeitgebundene Arbeiten wie Raufutter-Gewinnung und -konservierung, Bodenbearbeitung, Düngung und Saat stehen jedoch entsprechende Maschinen zur Verfügung.

Die Konzeption

Verarbeitung

Um einen hohen Grad an Selbstversorgung zu erreichen, werden die Produkte aus Landwirtschaft und Gartenbau weiterverarbeitet: Geschrotet oder gequetscht wird aus Getreide Kraftfutter für die Tiere; die  Getreidemühle liefert Mehl, Feingries und Gries, die der Herstellung von Brot, Teigwaren und Süßspeisen dienen. Bei der Milchverarbeitung entstehen Sahne, Joghurt, Quark, Butter und Käse für die Versorgung der Klassen, daneben Magermilch und Molke, die die Futterration von Mastschweinen und Hühnern ergänzen.
Äpfel und Birnen werden teilweise auf dem Hof direkt zu Saft verarbeitet; der größere Teil wird ebenso wie die Trauben zu einer Kelterei gebracht.

Die Konzeption

Hauswirtschaft

Im Mittelpunkt steht die Zubereitung der Mahlzeiten; dabei richtet sich der Speiseplan nach dem aktuellen Angebot aus Produktion und Verarbeitung. Daneben kommt der Haltbarmachung der Nahrungsmittel für die Vorratshaltung große Bedeutung zu.
Die Hauswirtschaftsgruppe ist darüber hinaus für den Anbau von Salaten, Gemüse und Kräutern zuständig. Weitere, wichtige Aufgaben sind die Reinhaltung und Pflege von Gebäuden und Einrichtung so wie die Wäschepflege.

Das pädagogische Konzept

Inhaltliche Zielsetzungen
  • Lernen, "wo das Essen herkommt"
  • Einblick in die landwirtschaftliche Produktion gewinnen
  • Eine Vielfalt an Arbeitsabläufen, ökologische, ökonomische und soziale Zusammenhängen kennen lernen
  • Ein realistisches, differenziertes Bild heutiger Landwirtschaft entwickeln
Personale und soziale Zielsetzungen
  • Stärkung der Persönlichkeit durch Förderung von Selbst- und Fremdwahrnehmung und Verantwortungsbewusstsein
  • Stärkung des Selbstbewusstseins durch Erwerb praktischer Fähigkeiten und die Vermittlung von Erfolgserlebnissen
  • Training von Teamfähigkeit und Arbeitstugenden wie Ausdauer, Zuverlässigkeit und Flexibilität
Ethische Zielsetzungen
  • Steigerung der Wertschätzung für Nahrungsmittel, die bäuerliche Arbeit und Lebensweise und die natürlichen Ressourcen
  • Nutz-Tiere als Lebewesen wahrnehmen
Unsere Arbeitsweise

Der Schulbauernhof ist ein land- und hauswirtschaftlicher Betrieb, der überwiegend mit Kleingruppen von Schülerinnen und Schülern bewirtschaftet wird. Jede Gruppe  (2-6 Schüler*innen) wird von einer Mitarbeiterin oder einem Mitarbeiter des Schulbauernhofs angeleitet und betreut; gemeinsam führen sie eine jeweils eine aktuell erforderliche Aufgabe aus.  
Um den Schulbauernhof-Betrieb und damit die Selbstversorgung zu vertretbaren Kosten aufrechterhalten zu können, wird ergebnisorientiert gearbeitet. Selbstverständlich wird dieser Anspruch der individuellen Leistungsfähigkeit entsprechend umgesetzt. Gleichwohl erleben sich alle Schüler und Lehrkräfte auf dem Schulbauernhof als wichtige Mitarbeiter: Ohne ihre engagierte und gewissenhafte Mitarbeit bleiben die Tiere im Stall hungrig, die Teller leer, Wohnräume und Duschwasser kalt. Durch aktive Mitarbeit in wechselnden Arbeitsbereichen (Stall, Milchverarbeitung, Küche, Acker, Futterherstellung, Garten, Weinberg, Wald, Holzaufbereitung, ....) erfahren die Kinder und Jugendlichen schrittweise wie -zum Beispiel - das Schnitzel entsteht, das schließlich auf ihrem Teller landet und auch wie viel Mühe, Arbeit und Können darin steckt. Gleichzeitig erfahren  sie eine Vielfalt an natürlichen, ökologischen und ökonomischen Zusammenhängen und entwickeln ein Grundverständnis für landwirtschaftliche Produktion und Verarbeitung.
Bei der gemeinsamen Arbeit entdecken die Schülerinnen und Schüler, dass Pünktlichkeit, Ausdauer und Teamgeist wichtige Fähigkeiten für eine angenehme und gedeihliche Zusammenarbeit sind. Bei den gemeinsamen Mahlzeiten erleben sie wie ein schön gedeckter Tisch, gute Tischmanieren und eine freundliche Atmosphäre zum Genuss des selbst hergestellten Essens beitragen. 
Im Verlauf ihres Aufenthalts verbringen die Schüler*innen in der Regel einen Tag bei einer der Nachbarlandwirte-Familien, die mit dem Schulbauernhof zusammen arbeiten. Hier erfahren sie wie landwirtschaftliche Betriebe heute arbeiten. Zwei Hofläden und der "Grüne Markt" ermöglichen einen Einblick in die Direkt-Vermarktung regionaler Erzeugnisse.

Sehen, hören, riechen, schmecken, fühlen, beobachten, selbst tun, sich selbst organisieren, ausprobieren und einüben, Aufgaben selbständig übernehmen, sich und andere motivieren, den Erklärungen der Mitarbeiter folgen, nachfragen, Verknüpfungen herstellen, Erkenntnisse gewinnen und umsetzen, an Entscheidungen teilhaben, im Team arbeiten, miteinander leben,  Beziehung zu den Tieren aufbauen, am Abend vor der Klasse von den eigenen Erlebnissen berichten, .....;  Arbeit und Leben
auf dem Schulbauernhof bietet die Chance,  sich selbst mit anderen in sinnvoller Tätigkeit zu erfahren und Kompetenzen für viele Lebensbereiche zu erwerben im Sinne einer Bildung für nachhaltige Entwicklung.